Was ist eine Sprachkita?

Eine Sprachkita legt besonderen Wert auf sprachliche Bildung im Kita-Alltag.
In diesen SprachKitas arbeitet eine zusätzliche Fachkraft für sprachliche Bildung.
Sie wird im Rahmen des Bundesprogramms „ Sprachkita“ fachlich begleitet.

Was macht die zusätzliche Fachkraft für sprachliche Bildung?

Die zusätzliche Fachkraft berät, begleitet und unterstützt das Kitateam in den drei Schwerpunktbereichen:

  • Alltagsintegrierte sprachliche Bildung
  • Inklusive Pädagogik
  • Zusammenarbeit mit den Familien

Sie zeigt dem pädagogischem Personal, z.B. wie sie die sprachliche Entwicklung von Kindern beobachten und dokumentieren können.
Die Beobachtung bietet eine gute und wichtige Grundlage für Gespräche mit den Eltern über die Fortschritte ihres Kindes.
Sie zeigt dem Team z.B. auch, wie es die Sprache in vielen alltäglichen Handlungen anregen kann, dass die Vielfalt der Kinder viele Sprachanlässe eröffnet und eine Bereicherung ist.

Wir im Familienzentrum Mikado möchten:

  • Die Sprachfreude der Kinder wecken und stärken indem wir aktiv zuhören und Interesse am Kind und seinen Bedürfnissen haben.
  • Das Kinder die Lust am Dialog entdecken, indem wir offenen Fragen stellen und uns Zeit für das Kind nehmen.
  • Durch das sprachliche Vorbild der Erwachsenen, die kindliche Sprachentwicklung stärken, indem wir langsam und deutlich sowie in vollständigen und richtigen Sätzen sprechen.

Alltagsintegrierte Sprachliche Bildung von 1- 6 Jährigen Kindern

Der Spracherwerb findet überwiegend im Alltag statt.
In Alltäglichen Aktivitäten werden das Gespräch und der Dialog zum Kind gesucht.
Täglich im Morgenkreis findet ein Austausch statt.
Die Kinder erzählen, z.B. von Erlebnissen und erfahren von den Erziehern, was an dem Tag in der Kita passiert.
Der Kreis der Krippe passt sich der individuellen Entwicklung der Kinder an, gerade zu Beginn des Kitajahres in der Eingewöhnung, verständigen sich die Kinder non-verbal oder beginnen gerade mit dem aktiven Sprechen.
Darauf gehen die Krippenerzieher ein.
Ein fester Bestandteil der Kinder, außer der Krippe, ist der Kalender.
Die Kinder lernen hierbei spielerisch die Wochentage, Monate, Jahreszeiten und Zahlen.
Außerdem werden die Kinder spielerisch mit der Schriftsprache vertraut gemacht.
So wird täglich der Name eines Kindes gezogen, das den Kalender stellen darf.
Den Kindern wird der Name des Kindes gezeigt.
So erkennen auch jüngere Kinder ihren Namen nach einiger Zeit.
In Anlehnung an das Würzburger Trainingsprogramm „ Hören, Lauschen, Lernen“ führen wir mit den Kindern regelmäßig spielerische Übungen zur phonologischen Bewusstheit durch.
Hierbei werden Lauschspiele, Reime, Übungen zu Silben, Wörtern, Sätzen sowie verschiedene Lautübungen angeboten.
All diese Fähigkeiten sind Vorausläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb.
Übungen zur phonologischen Bewusstheit fließen aber auch mit in die alltägliche Arbeit ein.
So klatschen wir unsere Namen oder andere Wörter.
Zur Stärkung der orofaszialen Muskulatur und zur Verbesserung der Artikulation machen wir Mundmotorikgeschichten und zeigen den Kindern die korrekte Zungenruhelage, um späteren falschen Schluckmustern vorzubeugen.

Die Förderung von sprachlichen Handlungsmustern und Dialogen findet in Rollenspielen, alltagsbezogenen Aktivitäten sowie in Erzählungen und Beschreibungen statt.
Bei einem Memory Spiel wird benannt, was auf der Karte zu sehen ist und dieses Wort möglichst in Silben geklatscht.
Hat das Kind oder der Erwachsene ein Paar, so benennt er gleich den Plural.
Hierbei werden gleich 3 verschiedene sprachliche Ebenen gefördert.
Die Selbstdarstellung und der Ausdruck von Gefühlen, Erfahrungen und Gedanken werden in Geschichten und Spielen zum Körperausdruck gebracht und zu bestimmten Projekten gefördert.

Alltagsintegrierte sprachliche Bildung wendet sich an alle Kinder.
Möglichst viele alltägliche Handlungen sollen sprachlich begleitet werden, z.B. beim Essen, Spielen, Wickeln…um die Kinder in ihrer Sprachentwicklung anzuregen.

Wir als Pädagogen sind uns unserer Rolle als Sprachvorbild bewusst und reflektieren unsere Ausdrucksfähigkeit und unser Dialogverhalten regelmäßig.
Wir wenden verschiedene Modellierungstechniken an, wie das korrektives Feedback ( Falsch gesagtes korrekt betont wiedergeben).
Wir nehmen Aussagen der Kinder auf und erweitern sie, z.B. „Da, Auto“ – „Genau, da ist ein rotes Auto. Es fährt auf der Strasse“.
Wir stellen offene Fragen.

Entwicklung und Dokumentation

Die meisten Beobachtungen finden im Freispiel statt.
Dazu machen wir kurze Notizen, damit diese nicht verloren gehen oder in Vergessenheit geraten.
Für ein Entwicklungsgespräch werden diese dann zusammengefasst und im Gruppenteam ausgewertet.
Wir verwenden zur Feststellung des allgemeinen Entwicklungsstandes den Beobachtungsbogen „BASIK“, der alle Entwicklungsbereiche grob abdeckt und zeigt, in welchem Bereich genauer geschaut werden sollte.

Mehrsprachigkeit

Es ist uns wichtig, gleich beim Aufnahmegespräch zu erfahren, ob ein Kind mehrsprachig aufwächst.
Viele Eltern sind unsicher, in welcher Sprache sie mit ihrem Kind sprechen sollen und vermischen teilweise die Sprachen. Deshalb ist es uns wichtig, den Eltern Tipps zum Umgang mit Mehrsprachigkeit zu geben und die Sprachen nach Personen und Situationen zu trennen.
Hierfür bekommen die Eltern Flyer, die auch in mehrere Sprachen übersetzt sind.
Des weiteren haben wir einen Fragebogen erstellt, der mit den Eltern zusammen durchgesprochen wird.
Die Eltern sollen den sprachlichen Entwicklungsstandes ihres Kindes in der Muttersprache einschätzen, denn dies ist die Basis für den Zweitspracherwerb, und entscheidend ist, dass das Kind in einer Sprache ein gutes Fundament hat.

Inklusive Pädagogik

Jedes Kind soll mit seinen Stärken, Schwächen, seinem persönlichen kulturellen Hintergrund, seiner individuellen Persönlichkeit sowie seiner gesundheitlichen Situation willkommen geheißen werden.
Denn Vielfalt ist eine Bereicherung und es ist normal, verschieden zu sein!
Kein Kind sollte befürchten müssen, ausgeschlossen zu werden.
Jeder Mitarbeiter unserer Einrichtung setzt sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ein.
Außerdem reflektiert jeder Mitarbeiter seinen Sprachgebrauch.
Wir möchten eine inklusive Sprache in unserer Einrichtung haben, d.h. eine respektvolle Sprache.

Zusammenarbeit mit Familien

Um den Eltern unsere Arbeit transparent zu machen, werden alle bisher erarbeiteten Themen mit kurzen Erläuterungen dargestellt, sei es als Elternbrief, Aushang oder an der Infowand „Sprachkita“.
Erziehungspartnerschaft ist uns wichtig.
Wir möchten mit den Eltern den Blickwinkel gemeinsam den Kindern zuwenden.
Deshalb finden beim Bringen Tür/ Angel Gespräche statt, ebenso beim Abholen.
Es gibt regelmäßige Entwicklungsgespräche, Elternsprechtage und Gespräche bei Bedarf.
Bei der Aufnahme des Kindes lernen die Eltern und Kinder die Einrichtung und das Personal kennen.
Vorher gibt es einen Tag der offenen Tür, auch dort können sich Eltern und Kinder das Familienzentrum anschauen und sich ggf. schon für unsere Einrichtung entscheiden.
Dort erhalten die Eltern alle wichtigen Informationen in Kurzform – ausführlicher dann bei den Anmelde- und Aufnahmegesprächen und dem Neu-Eltern Abend.

Das Familienzentrum bietet verschiedene Elterncafes an.
Bei einigen Cafes können die Eltern im Vorfeld Wünsche zu Themen äußern.
Des weiteren gibt es Vorträge zu verschiedenen Themen mit externen Fachleuten.

Um unsere Arbeit stetig zu verbessern und die Anliegen und Wünsche der Eltern zu erfahren, führen wir Elternumfragen durch.
Das Familienzentrum hat einen Elternrat, der jährlich neu gewählt wird.
Dieser trifft sich monatlich mit der Leitung, um Belange, Projekte und Aktionen die die Einrichtung betreffen, zu besprechen.

In Familienzentrum gibt es Lesepaten.
Wöchentlich kommt Frau B. die so genannte und von den Kindern hoch geschätzte „Leseoma“ zu uns und liest den Kindern vor, dabei nutzt sie das Angebot von Büchern aus der hauseigenen Bücherei oder hat selbst ausgewählte Bücher aus der Stadtbücherei dabei.
In unregelmäßigen Abständen, gern zu Festen oder dem Weihnachtsbasar, liest ein Vater den Kindern vor.
Im Zuge der Sprachkita möchten wir und werden es auch als Angebot installieren, dass Eltern den Kindern Bücher und Geschichten in ihren Muttersprachen vorlesen.
Uns ist es wichtig, dass Kinder neue Sprachen und Sprachmelodien kennen lernen und so vielleicht ein erstes Interesse an neuen Sprachen entwickeln.
Zudem schätzen wird unter anderem so die Muttersprachen unserer Eltern.
Auch bietet das Familienzentrum Vater-Kind Leseabende an, bei denen es in erster Linie darum geht, dass das Kind Zeit mit seinem Vater verbringt, was bei manchen Vätern schwierig ist, aufgrund der zeitlichen Inanspruchnahme durch den Beruf.

Sprachordner

Die Einrichtung verfügt über einen Sprachordner bzw. einen Schrank, in dem Bücher, Broschüren Artikel, erarbeitete Themen etc. gelagert sind und jedem Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
Des weiteren gibt es für das Team regelmäßige Teamstunden, in denen das Team Themen zur Sprachkita erarbeitet oder bearbeitet.
Diese werden vom Tandemteam der Sprachkita ( Leitung und Sprachfachkraft) vorbereitet und durchgeführt.

Ende offen…

Da wir noch mitten im Projekt sind, wird sowohl der Teil „Sprachkita“ als auch andere Themen, wie der Punkt „Literaturkita“ in unsere Konzeption eingepflegt, bzw. überprüft und weiter entwickelt.
Es ist uns wichtig, uns mit den Kindern und den Eltern weiter zu entwickeln, aktiv und lernend zu bleiben.
Auch möchten wir die neusten Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft in unsere Arbeit einfließen lassen und somit wird unsere Konzeption niemals wirklich fertig sein.